

Darth Vader am Elternabend
SUVs sind heute wie Sneaker: Jeder hat einen – und die meisten sehen gleich aus. Vernünftig, weichgespült und perfekt für den Elternabend. Und dann rollt der Cupra Terramar Black Symphony ums Eck. Als hätte Darth Vader beschlossen, eine Familie zu gründen.
Schwarz wie ein Carajillo, breit wie ein Türsteher vor dem Pacha-Klub und kampfbereit wie El Chupacabra. Cupra hat ein Talent dafür, Autos zu bauen, die aussehen, als würden sie nachts um drei Uhr nach Ärger suchen. Doch beim Terramar-Sondermodell Black Symphony legt der deutsche Tuner Abt Sportline noch einmal eine Schippe drauf.

Die dunkle Seite der MQB-Plattform

Der Terramar macht optisch sofort klar, wo er im VW-Konzern steht: nicht bei den Vernünftigen. Während der Plattformbruder VW Tiguan eher der brave Schwiegersohn mit Strickjacke und Cordhose ist, gibt sich der Terramar wie der rebellische Cousin mit Lederjacke und Zahnstocher zwischen den Zähnen. Die Black-Symphony-Edition treibt dieses Outlaw-Konzept auf die Spitze: 21-Zoll-Abt-Sportfelgen in «Glossy Black», tiefschwarze Karosserieakzente und diverse Abt-Aerodynamik-Anbauteile in «Midnight Black».

Das Ganze wirkt wie eine Mischung aus Goth-Party und Motorsport – und zieht Aufmerksamkeit magisch an. Auf dem Parkplatz vor der lokalen Padel-Arena bildet sich schnell eine Traube um den schwarzen Spanier. Ein Heimspiel: Cupra engagiert sich seit Jahren im Padel-Sport. Während Familienväter den Kompromiss zwischen SUV und Sportwagen loben, gefällt den anwesenden Damen vor allem, dass der Terramar nicht aussieht wie eine WLAN-Box. Und die jüngeren Besucher? Die hören nur die Leistungsdaten. 316 PS, 400 Nm Drehmoment. «Bro, der geht sicher ab!» Ja, in 5,5 Sekunden von null auf 100 km/h.

Der dunkle Lord hat 316 PS

Unter der Haube arbeitet ein aufgeladener 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbo. In der Black-Symphony-Version greift Abt ein und holt aus dem bekannten Konzernmotor rund 50 PS mehr Leistung heraus. Wechselt man in den Cupra-Modus, rafft sich der Terramar wie ein Raubtier vor der Jagd. Als ob plötzlich Adrenalin statt Benzin durch die Leitungen fliesst. Gasannahme, Getriebe und Lenkung reagieren deutlich direkter. Plötzlich wirkt das fast zwei Tonnen schwere SUV erstaunlich wach. Der Motor liefert kräftigen Durchzug und bleibt erstaunlich kultiviert. Der Klang ist sportlich, ohne in künstliches Brüllen abzurutschen.
Der Name Terramar verpflichtet. Schliesslich ist es eine Hommage an das historische Autòdrom de Sitges-Terramar, eine spektakuläre Steilkurven-Rennstrecke aus den 1920er-Jahren nahe Barcelona.
Sportlicher, als man erwartet

Zum Abt-Sportline-Paket gehören auch tiefergelegte Sportfedern. Das sieht nicht nur cooler aus, sondern dient auch der Sicherheit. Das Ergebnis: stabiler auf der Autobahn, agiler auf Landstrassen, präzisere Lenkung. Der Terramar fährt zwar nicht ganz wie ein Sportwagen – aber ganz bestimmt nicht wie ein klassisches SUV. Die adaptiven Dämpfer sorgen gleichzeitig dafür, dass der Alltag nicht zur Bandscheibenprüfung wird.
Digital, aber nicht steril

Im Innenraum folgt der Terramar der typischen Cupra-Philosophie: sportlich, emotional. Das Cockpit wird von einem grossen Zentralbildschirm dominiert, das zwar schick aussieht, aber manchmal mehr Geduld verlangt als eine italienische Kaffeemaschine am Montagmorgen. Dazu kommen Cupra-Sportschalensitze in Dinamica, stylishe Kupferakzente und ein ziemlich futuristisches Lenkrad.
Black Symphony: Konzertsaal statt Familienkutsche
Die Sonderedition heisst nicht Black Symphony, weil es eine Sinfonie in Schwarz ist. Serienmässig verbaut ist das Sennheiser-Immersive-Soundsystem, das klanglich an einen kleinen Konzertsaal erinnert. Es lohnt sich also, die richtige Musik zu spielen, damit man vom Klangerlebnis auch wirklich was hat.

Der Fond bietet ausreichend Platz für eine ausgewachsene Familie. Der Kofferraum fasst rund 540 Liter. Das genügt für den Spanien-Urlaub, wo es sowieso nur Badesachen und ein paar T-Shirts braucht. Auch wenn Cupra alles daran setzt, möglichst cool auszusehen, kann der Terramar auch richtig praktisch sein.

Doch im Gegensatz zu den anderen SUVs am Elternabend trägt der Terramar Black Symphony einen schwarzen Umhang und eine schwarze Maske. Keine Frage: Der Terramar ist der Darth Vader unter den Familien-SUVs. Und gehört dem Vater von Luca.
Plus
- Auffälliges, eigenständiges Design
- Kräftiger Motor mit sehr guter Performance
- Sportlicheres Fahrverhalten als typische SUVs
- Hochwertiges Sennheiser-Soundsystem
- Gute Mischung aus Alltag und Emotion
Minus
- Touchscreenlastige Bedienung
- Gewicht von fast zwei Tonnen spürbar
- Hoher Preis der Sonderedition
Fazit
Der Cupra Terramar Black Symphony ist das Gegenteil eines braven Familien-SUVs. Er kombiniert Alltagstauglichkeit mit einer Portion Motorsport – und sieht dabei so aus, als würde er nachts heimlich Trackdays besuchen. Abt sorgt zusätzlich für mehr Schärfe bei Optik, Leistung und Fahrwerk. Praktisch bleibt er trotzdem: genügend Platz, ordentlich Komfort und ein Soundsystem, das jede Fahrt zum Minikonzert macht.
Text und Bilder: Jürg Zentner


