Neues SUV

Polestar 4 SUV – Wieder mit Heckscheibe

Newsflash: Polestar hat die Heckscheibe wiederentdeckt. Auf den ersten Blick wirkt der neue Polestar 4 SUV erstaunlich normal. Für den Umbau vom Designobjekt zum Familienauto braucht Polestar gerade einmal 48 neue Bauteile.

Veröffentlicht am 05.09.2026

Beim Polestar 4 Coupé haben die Schweden 2023 beschlossen, dass man zum Rückwärtsgucken kein Fenster mehr braucht. Kamera aufs Dach, Bildschirm an den Innenspiegel – fertig. Fortschritt! Jetzt kommt der neue Polestar 4 SUV. Und siehe da: Er hat eine Heckscheibe. Ist das Fortschritt vom Fortschritt?

Ist das überhaupt ein SUV?

Doch der neue Polestar 4 SUV ist weit mehr als ein Polestar 4 mit Loch im Heck. Die Dachlinie verläuft gerader, die Heckklappe steht steiler, oben sitzt eine Dachreling für bis zu 100 Kilogramm Last. Das Ergebnis sieht weniger nach SUV, sondern eher nach einem dynamischen Kombi aus.

Für den Umbau brauchte Polestar gerade einmal 48 neue Bauteile. Der Rest des Autos bleibt weitgehend unverändert. Effizienter kann man kaum eine neue Modellvariante entwickeln.

Mehr Luft und mehr Ikea

Der eigentliche Fortschritt findet hinter den Vordersitzen statt. 530 Liter passen bis zur Oberkante der Rücksitzlehnen hinein, 655 Liter bei Beladung bis unters Dach. Werden die Rücksitze umgeklappt, sind es 1665 Liter. Zusammen mit dem Frunk stehen insgesamt bis zu 1680 Liter Stauraum zur Verfügung.

Damit wird aus dem Designobjekt tatsächlich ein Familienauto. Kinderwagen, Mountainbike, Hund, Ikea-Einkauf – rein damit. Und weil der Polestar nun wieder eine Heckscheibe besitzt, sieht man sogar, was man unterwegs verloren hat.

Wer der schönen neuen Kamerawelt trotzdem nachtrauert, kann übrigens weiterhin den digitalen Innenspiegel bestellen. Man hat also die Wahl zwischen Kamera und dieser revolutionären schwedischen Neuentwicklung namens Glas.

Camping mit 544 PS

Noch lustiger wird es beim Camping. Denn Polestar führt Vehicle-to-Load ein. Über einen Adapter kann die 100-kWh-Batterie externe Verbraucher mit bis zu 3,3 kW versorgen. Passend dazu gibt es einen neuen Camping Mode. Im Stand bleiben Klimatisierung, Entertainment, Ambientebeleuchtung und weitere Funktionen verfügbar. Aus dem Auto wird damit eine Art schwedisches Ferienhaus auf Rädern – nur ohne Plumpsklo und Elch vor der Tür. Vehicle-to-Load und Camping Mode sollen per künftigem Software-Update für alle Polestar 4 verfügbar werden.

Zwei Motorisierungen

Technisch bleibt der Polestar 4 SUV erfreulich ernsthaft. Die Basisversion Rear Motor leistet 200 kW/272 PS und 343 Nm. Von null auf 100 km/h geht es in 7,3 Sekunden, die WLTP-Reichweite beträgt bis zu 630 Kilometer.

Wer es eiliger hat, bestellt Dual Motor: 400 kW/544 PS, 686 Nm und Allradantrieb. Damit erledigt der Familien-Kombi-den-wir-SUV-nennen den Standardsprint in 3,9 Sekunden. Reichweite: bis zu 600 Kilometer. Beide Versionen nutzen eine 100-kWh-Batterie und laden mit maximal 200 kW DC. In der Schweiz sind bis zu 22 kW AC möglich.

Mit Performance-Paket kommen aktive ZF-Dämpfer, Brembo-Bremsen, 22-Zöller mit Pirelli P Zero und natürlich jede Menge «Swedish Gold» dazu. Schliesslich soll niemand glauben, man hätte bloss den vernünftigen Polestar gekauft.

Kleiner Fussabdruck, grosses Auto

Auch beim CO?-Fussabdruck will Polestar Fortschritte gemacht haben. Cradle-to-Gate verursacht der Rear Motor laut Hersteller 20,2 Tonnen CO?e, beim Dual Motor sind es 21,1 Tonnen. Unter anderem werden die Batteriezellen mit erneuerbarem Strom produziert; 23 Prozent des verwendeten Aluminiums bestehen aus Recyclingmaterial.

Ab 59 800 Franken

Und dann kommt die vielleicht grösste Überraschung: In der Schweiz startet der Polestar 4 SUV Rear Motor bei 59 800 Franken. Der Dual Motor kostet ab 67 900 Franken, mit Performance-Paket geht es bei 78 100 Franken los. Produziert wird bereits im südkoreanischen Busan, die ersten Autos sollen im vierten Quartal 2026 ausgeliefert werden.

Photos: Polestar

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