Citroen 2CV Concept

Die Ente ist wieder da!

36 Jahre nach dem Produktionsende kehrt die legendäre Ente zurück. Elektrisch, leicht, frech und vor allem bezahlbar. Mit dem Citroen 2CV Concept zeigen die Franzosen, wie das Volksauto von morgen aussehen könnte.

Veröffentlicht am 12.10.2026

Der Citroen 2CV war langsam, laut, unbequem und aerodynamisch wie eine Alphütte. Trotzdem wurde er Kult wie kaum ein anderes Automobil. Mehr als fünf Millionen Exemplare entstanden zwischen 1948 und 1990. Nun will Citroen dieses Kunststück wiederholen. Nicht mit einem Retro-Spielzeug, sondern mit einem bezahlbaren Elektroauto für alle.

Fahrender Regenschirm

Als Citroen 1937 mit der Entwicklung des TPV («Toute Petite Voiture») begann, war das Lastenheft denkbar einfach: vier Personen, 50 Kilogramm Kartoffeln, 60 km/h Höchstgeschwindigkeit. Das Auto musste billig, robust und einfach zu reparieren sein. Dafür sollte es selbst auf schlechten Landstrassen Eier transportieren können, ohne dass daraus Rührei wurde. Der neue 2CV soll wieder das sein, was die Ente ursprünglich war: ein Auto, das man braucht, sich leisten kann und trotzdem liebt.

Klein, aber oho!

Mit 3,76 Metern Länge ist das 2CV Concept sogar neun Zentimeter kürzer als das Original. Das Zielgewicht liegt bei rund einer Tonne. Die Idee dahinter ist simpel: weniger Gewicht, kleinere Batterie, weniger Verbrauch, tiefere Kosten. Über Leistung, Akkukapazität und Reichweite schweigt Citroen allerdings noch. Die Ente muss also vorerst nicht beweisen, wie schnell sie fliegen kann.

Optisch ist die Verwandtschaft dagegen unübersehbar. Runde, freistehende Scheinwerfer, gewölbte Kotflügel, steile Frontscheibe und die charakteristische Dachlinie. Dazu 18-Zoll-Stahlräder, LED-Leuchten und ein von Hand aufrollbares Stoffdach. Die Designer haben die Ente nicht kopiert, sondern in die Gegenwart übersetzt. Und das ziemlich charmant.

Picknick-Feeling

Noch interessanter ist der Innenraum. Citroen reduziert das Cockpit auf einen zylinderförmigen Instrumententräger, ein Einspeichenlenkrad und einen quadratischen 8-Zoll-Touchscreen. Immerhin gibt es drei richtige Bedienelemente für Temperatur, Lautstärke und Gebläse.

Vorne und hinten stehen breite Sitzbänke mit karierten Bezügen. Die vordere lässt sich sogar herausnehmen. Praktisch fürs Picknick. Türgriffe bestehen aus Gurtschlaufen, die Mittelkonsole wird durch einen herausnehmbaren Korb ersetzt. Und das Radio namens «Radioën» kann man gleich mit an den Strand nehmen.

Besonders liebevoll sind die kleinen Details. Auf den Pedalen sitzen Schildkröte und Hase, Hupe und Elektromotor erinnern akustisch an das Original. Sogar die Türablagen sind für Eier ausgelegt. Die Franzosen haben ihren Sinn für Humor offenbar noch nicht verloren.

Recycelte Materialien

Technisch setzt Citroen auf möglichst einfache Konstruktionen. Separate, austauschbare Stossfänger sollen Reparaturen verbilligen. Recycelte und recycelbare Materialien sollen die Herstellung nachhaltiger machen. Gemeinsam mit Michelin wurde ausserdem ein digitaler Reifenzwilling entwickelt, der unter anderem Grip, Verschleiss und Reifendruck anhand vorhandener Fahrzeugdaten überwachen soll.

Ente für 15’000 Euro

Bis 2028 soll aus der Studie ein Serienmodell entstehen. Gebaut werden soll es in Europa, positioniert zwischen dem winzigen Ami und dem C3. Citroen peilt einen Einstiegspreis von rund 15’000 Euro an.

Ob die Serien-Ente tatsächlich so verspielt wird wie die Studie, bleibt abzuwarten. Auch Schweizer Preise, technische Daten und ein genauer Marktstart stehen noch aus.

Eines hat Citroen bereits geschafft: ein Elektroauto zu präsentieren, bei dem man nicht zuerst nach Ladeleistung, Reichweite oder Beschleunigung fragt. Sondern einfach lächelt.

Bilder: Citroen

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