Fiat Grande Panda La Prima 1.2 Hybrid 110 PS eDCT

Quadratisch, praktisch, gut

Wäre doch alles im Leben so einfach wie der Fiat Grande Panda La Prima. Ein Auto, das einen in Ruhe lässt und für einen da ist, wenn man es braucht. Kein Drama, kein digitales Dauerfeuer – einfach ein sympathischer Begleiter mit echten Vorteilen.

Veröffentlicht am 10.03.2026

Der Fiat Panda ist Kult. Mit dem legendären Werbespruch «Die tolle Kiste» eroberte er ab 1980 die Welt und die Herzen von Millionen. Der Panda war immer mehr als ein Kleinwagen – eher eine Lebenseinstellung auf Rädern. Die grosse Frage: Schafft es auch die neueste Generation, dieses Erbe weiterzutragen? Ja, und zwar überraschend souverän. Der Grande Panda ist grösser geworden, kantiger, erwachsener. Aber ohne den fatalen Fehler zu machen, sich wichtig zu nehmen. Genau das macht ihn so sympathisch.

Form follows friendliness

Optisch wirkt der Grande Panda fast wie ein Concept Car: cartoonhaft kantig, mit klaren Linien und einer Prise Retro – aber ohne anbiedernde Nostalgie. Die Pixel-LEDs vorne zitieren den Ur-Panda, ohne Vintage-Show abzuziehen. Kein aggressiver Blick, kein Pseudo-Offroad-Gehabe. Der Grande Panda schaut freundlich in die Welt. In einer Zeit, in der selbst Kleinwagen dreinschauen, als wollten sie beim UFC antreten, ist das eine Wohltat. Das Heck wirkt wie aus Legosteinen zusammengesetzt – nicht klassisch schön, aber verspielt und eigenständig. Man merkt: Hier wollte jemand Charakter zeigen.

Innen: endlich normal

Einsteigen, Schlüssel drehen, losfahren. So einfach kann Mobilität sein. Kein Tutorial-Studium, kein Zwangs-Update vor der Abfahrt, kein hektisches Wischen über Glasflächen. Die übermotivierten Assistenzsysteme lassen sich per Taste schnell deaktivieren – halleluja!

Der Innenraum ist übersichtlich, logisch aufgebaut und angenehm bunt. Fiat traut sich Farbe. Ja, vieles ist hartes Plastik. Aber lieber ehrliches Plastik als Fake-Luxus.

Die Sitze sind weich und bequem, die Übersicht hervorragend, die Bedienung selbst erklärend. Knöpfe da, wo man sie erwartet. Ein Lenkrad ohne Pizzablech-Dimensionen. Displays, die informieren statt belehren. Der Grande Panda behandelt seinen Fahrer nicht wie ein Problemkind – sondern wie einen Erwachsenen, der einfach in Ruhe fahren will.

Der Mildhybrid, der niemanden nervt

Unter der Haube arbeitet ein 1,2-Liter-Mildhybrid mit einer Systemleistung von 110 PS. Und der macht genau das, was er soll: helfen, ohne aufzufallen. Beim Anfahren unterstützt der Elektromotor sanft, die Stopp/Start-Funktion arbeitet so unauffällig, dass man sie kaum bemerkt – das höchste Lob in dieser Kategorie.

Von null auf 100 km/h geht es in 11,2 Sekunden. Sportlich? Nein. Relevant? Ebenfalls nein. Mit 205 Nm Drehmoment ist der Grande Panda im Alltag völlig ausreichend motorisiert. Der Verbrauch pendelt sich bei rund 5,5 Litern ein. Man fährt einfach – und denkt nicht darüber nach. Auch das ist heute fast schon Luxus.

Entspannung statt Eskalation

In der Stadt fühlt sich der Grande Panda La Prima pudelwohl. Gute Übersicht, handliche Abmessungen, angenehme Lenkung. Er provoziert nicht – er deeskaliert. Die anderen Verkehrsteilnehmer wirken entspannter, gewähren Vortritt, drängeln weniger. Eine fahrende Chill-Pill.

Auf der Landstrasse bleibt er souverän, auf der Autobahn ehrlich: Tempo 120 bis 130 sind seine Komfortzone. Ein bisschen mehr geht schon – aber wozu die Eile? Die Erde dreht sich mit rund 1670 km/h um die eigene Achse. Ein wenig Entschleunigung schadet niemandem.

Das Fahrwerk ist komfortabel abgestimmt, ohne schwammig zu wirken. Schlaglöcher steckt er gelassen weg, Querfugen kommentiert er mit italienischem Schulterzucken. Der Grande Panda fährt so, wie man sich das Leben manchmal wünscht: ruhig, stabil, verlässlich.

Ein Auto ohne Allüren

Was diesen Fiat besonders macht, ist nicht eine einzelne Eigenschaft, sondern die Summe. Der Grande Panda La Prima ist kein Blender, kein Statussymbol, kein rollendes Versprechen auf ein besseres Ich. Er ist einfach da. Und das reicht.

Man steigt ein, fährt los, kommt an. Man fühlt sich weder überfordert noch unterfordert. Und plötzlich denkt man: Mit dem könnte ich tatsächlich einmal um die Welt fahren. Nicht, weil er dafür gebaut ist – sondern weil er einen nicht nervt. Platz hätte er jedenfalls genug. Tolle Kiste.

Fazit

Der Fiat Grande Panda MHEV ist ein Gegenentwurf zur automobilen Reizüberflutung. Ein Auto für Menschen, die fahren wollen, statt sich durch Menüs zu kämpfen. Sympathisch, ehrlich, entspannt – fast schon therapeutisch. Wäre doch alles im Leben so wie dieser Panda.

Plus/Minus

Plus

Sehr intuitive Bedienung, echte Tasten

Angenehmer Fahrkomfort

Unaufgeregter, effizienter Mildhybrid

Sympathisches Design mit Charakter


Minus

Viel Hartplastik im Innenraum

Keine sportlichen Ambitionen

Autobahntempo oberhalb von 130 km/h wirkt angestrengt

 

Technische Daten

Motor und Antrieb
Dreizylinder-Benziner mit Mildhybrid
Hubraum: 1199 cm³
Systemleistung: 81 kW/110 PS
Max. Drehmoment: 205 Nm
Antrieb: Frontantrieb
Getriebe: Sechsgang-Doppelkupplung

Fahrleistungen
0–100 km/h: 11,2 s
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h

Verbrauch und Emissionen
Kraftstoffverbrauch kombiniert: rund 5,5 l/100 km
CO?-Emissionen: rund 125 g/km

Energieeffizienz-Kategorie: D

Masse und Gewichte
Länge: rund 3990 mm
Breite: rund 1760 mm
Höhe: rund 1570 mm

Gewicht: 1335 (Leergewicht)
Gepäckraum: rund 412 l

Grundpreis: CHF 23.990

Preis Testwagen: CHF 24.690

Text und Bilder: Jürg Zentner

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