

Vorschlaghammer mit 7,5-Liter-V12-Motor
Der Renntech Sledgehammer vollendet eine Mission. Das Mercedes 560 SEC Coupé, das von 1981 bis 1991 gebaut wurde – erhielt ab Werk nie einen V12-Motor. Bis jetzt. Im Restomod-Widebody leistet der 7,5-Liter-Sauger 660 PS – volle Kanone auf die Hinterachse.
Hartmut Feyhl ist eine lebende Legende. Er gehörte in den 1970er und 1980er Jahren zum AMG-Kernteam, als die Affalterbacher noch mit der Brechstange tunten und Mercedes-Modelle zu Autobahn-Raubtieren machten. Dazu gehörte 1986 auch „The Hammer“. AMG spendierte einem E-Klasse-Coupé einen 6,0-Liter-V8, der über 300 km/h schnell lief. Massgeblich an der Entwicklung beteiligt: Hartmut Feyhl. Als es 1989 zur Fusion mit Mercedes kam, stieg Feyhl bei AMG aus. Und machte sich in den USA als Renntech selbst einen Namen und entwickelte Hochleistungsprodukte für nahezu alle Mercedes-AMG-Modelle sowie andere Performance-Marken.
Zurück in die wilde Zeit

Renntech ist kein Restomod-Spezialist, sondern Tuning-Experte. “Wir bauen das Auto, das es damals hätte geben müssen – wenn die Technik so weit gewesen wäre wie heute”, sagt Feyhl über sein neuestes Projekt, den “Sledgehammer”. Gemeint ist der Umbau des ikonischen Mercedes-Benz 560 SEC der Baureihe C126. In den 1980ern war er das vielleicht souveränste Coupé der Welt. 279 bis 299 PS im Topmodell – je nach Katalysator. Doch etwas fehlte ihm zum Absoluten – ein V12-Motor. Den gab es damals noch nicht im Programm.

Diese Mission vollendet nun Renntech. Unter der langen Haube des Widebody-Restomod arbeitet ein 7,5-Liter-V12 auf Basis der legendären M120-Architektur – jenem Triebwerk, das später auch im Mercedes-Benz CLK GTR und im Pagani Zonda für Gänsehaut sorgte. Im Sledgehammer leistet der komplett überarbeitete, handgefertigte Alu-Motor rund 660 PS und über 880 Nm Drehmoment. Frei saugend. Ohne Turbo. Gleich lange Fächerkrümmer sorgen für einen V12-Sound, der tönt wie eine Wagner-Oper, einfach noch dramatischer. Die Kraft geht voll an die Hinterräder. Und ja, mit 7-Gang-Handschaltgetriebe. Ein manuell geschalteter V12 im 80er-Jahre-Coupé? Das ist kein Auto. Das ist eine Zeitmaschine mit Wut.
Breit, böse, limitiert

Optisch bleibt Renntech der Epoche treu – kantiger Widebody, tiefe Schürzen, dezenter Heckspoiler und 19-Zoll-Schmiederädern im klassischen AMG-Stil. Fahrwerk? Einstellbares Coilover-System. Verstärkte Querlenker. Karbon-Keramik-Bremsanlage. Unified Chassis-Paket. Dieses Ding fährt also nicht nur geradeaus schnell, es kann auch Kurven.
Ein Statement gegen Langeweile
In einer Welt voller digital gefilterter Fahrgefühle und synthetischer E-Sounds wirkt der Renntech Sledgehammer wie ein Befreiungsschlag. Kein Retro-Kitsch, sondern eine Evolution. Nur zwölf Exemplare sollen entstehen. Zwölf. Weltweit.
Bilder: Renntech


