

Goodwood: Alpine A110 feiert Premiere
Leicht, kompakt und fahraktiv: Die Alpine A110 gilt für viele als einer der letzten ehrlichen Sportwagen. Geht dieses Prinzip auch mit Elektroantrieb? Mit der A110 FUTURE zeigte Alpine in Goodwood erstmals den Prototypen der nächsten Generation – und machte ein mutiges Versprechen.
Einen Sportwagen zu elektrifizieren ist einfach. Einen elektrischen Sportwagen zu bauen, der sich leicht, agil und emotional anfühlt, ist die eigentliche Herausforderung. Genau dieser stellt sich Alpine mit der neuen A110 FUTURE.
Beim legendären Goodwood Festival of Speed feierte das Entwicklungsfahrzeug seine dynamische Weltpremiere. Formel-1-Pilot Pierre Gasly steuerte den Prototypen den berühmten Hillclimb hinauf, begleitet vom Duke of Richmond, dem Gründer des Festivals. Gleichzeitig verriet Alpine erstmals technische Details zur dritten Generation der A110.
Weniger Gewicht, mehr Gefühl
Die grösste Baustelle heutiger Elektro-Sportwagen ist das Gewicht. Alpine versucht deshalb einen anderen Weg als viele Konkurrenten.

Basis ist die komplett neu entwickelte Alpine Performance Platform (APP), eine modulare Architektur speziell für Sportwagen. Statt eines grossen Batterieblocks im Fahrzeugboden verteilt Alpine die Akkus auf Vorder- und Hinterwagen. Dadurch bleibt die Dachlinie ähnlich flach wie beim heutigen Modell. Gleichzeitig sitzt der Fahrer tief im Fahrzeug, während die Gewichtsverteilung deutlich sportlicher ausfallen soll.
Auch beim Antrieb setzt Alpine auf Eigenständigkeit. Zwei Elektromotoren arbeiten an der Hinterachse und werden durch das neue Active Torque Vectoring 2.0 gesteuert. Jedes Hinterrad kann sein Drehmoment praktisch verzögerungsfrei erhalten. Das verspricht ein präzises Einlenkverhalten und jene Agilität, für welche die A110 seit Jahren berühmt ist.
Formel 1 für die Strasse
Die Technik liest sich wie aus einem Rennwagen. Das 800-Volt-System arbeitet mit einer modernen Cell-to-Pack-Batterie, Siliziumkarbid-Wechselrichtern und Elektromotoren, die bis zu 21 500 Umdrehungen pro Minute erreichen. Alpine verspricht zudem einen eigens entwickelten Sound des Elektromotors, der das Fahrerlebnis emotionaler machen soll.
Entwickelt wurde vieles zunächst nicht auf der Strasse, sondern im Simulator. Mehr als 45 000 virtuelle Testkilometer halfen den Ingenieuren dabei, Fahrwerk, Antrieb und Software bereits vor den ersten Prototypen abzustimmen. Ein Entwicklungsprozess, wie ihn sonst vor allem Formel-1-Teams nutzen.
Alpine bleibt Alpine?
Ob der Elektro-Sportwagen tatsächlich so leichtfüssig wird wie die heutige A110, bleibt abzuwarten. Alpine formuliert das Ziel selbstbewusst: Die neue Generation soll nicht nur der bisherigen Alpine-DNA treu bleiben, sondern sogar viele klassische Sportwagen mit Verbrennungsmotor fahrdynamisch übertreffen. Ein grosses Versprechen.
Bilder: Alpine


